Am Wochenende wurde in den Medien eine Statistik zur Anzahl schwerer und tödlicher Velounfälle in Ortschaften mit mehr als 20’000 Einwohnerinnen und Einwohnern veröffentlicht. Die Daten beziehen sich auf einen mehrjährigen Zeitraum und zeigen die Anzahl solcher Unfälle im Verhältnis zur Wohnbevölkerung.
Leider führen ausgerechnet zwei Zuger Gemeinden – die Stadt Zug und Baar – diese unrühmliche Statistik an. Das wirft die Frage auf, wie dieser Entwicklung rasch und wirksam begegnet werden kann. Denn jeder schwere oder gar tödliche Unfall ist einer zu viel.
Die grafische Auswertung zeigt zudem auf, wo sich die Unfälle häufen und an welchen Strassenabschnitten gezielte Verbesserungen die grösste Wirkung entfalten könnten.
Denkbar sind unterschiedliche Massnahmen, die darauf abzielen, dem Langsamverkehr – insbesondere Velos und E-Bikes – mehr Platz einzuräumen, ihn besser vom motorisierten Verkehr zu trennen oder ihm eigene Fahrwege zur Verfügung zu stellen. Dadurch lassen sich gefährliche Konfliktsituationen deutlich reduzieren.
Das beiliegende Bild (aus einer Wegleitung zum innerstädtischen Strassenbau einer nordeuropäischen Grossstadt) zeigt eine mögliche Ideallösung: Von links nach rechts verlaufen eine Fahrspur für den motorisierten Verkehr, eine Busspur mit Haltestellenbucht, ein baulich abgetrennter Veloweg sowie ein Trottoir. Für den Veloweg wird eine Breite von 2,2 Metern empfohlen, mindestens jedoch 1,3 Meter. Dadurch wird sichergestellt, dass Velofahrende selbst bei einem Sturz nicht unmittelbar in den Fahrbereich von Motorfahrzeugen geraten. Solche Lösungen erscheinen auf den ersten Blick aufwendig, können an besonders unfallträchtigen Stellen jedoch einen entscheidenden Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten.
Die GLP fordert die Gemeinden Zug und Baar auf, die identifizierten Unfallschwerpunkte prioritär zu analysieren und rasch konkrete bauliche Verbesserungen umzusetzen. Strassen werden laufend saniert und umgebaut – jede solche Baustelle bietet die Chance, die Infrastruktur für den Veloverkehr gleichzeitig sicherer zu gestalten. Der Veloverkehr darf bei künftigen Strassenprojekten nicht länger nur mitgedacht, sondern muss konsequent mitgeplant und umgesetzt werden. Wer den Veloverkehr fördern will, muss auch bereit sein, in eine sichere Infrastruktur zu investieren.