Wohnen im Kanton Zug - Positionspapier Wohnungsmarkt
Die GLP anerkennt die Dringlichkeit der Wohnungsfrage und hält fest, dass es dafür keine einfachen Antworten gibt. In der Wohnraumentwicklung stehen wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Anliegen oft in einem Spannungsverhältnis. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Abwägung dieser Interessen mit dem Ziel einer langfristig ausgewogenen Entwicklung im Interesse der gesamten Zuger Bevölkerung.
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Als zentrale Massnahmen nennt die GLP die Erhöhung der Bautätigkeit und die Beschleunigung von Verfahren. Eingezonte Flächen sollen konsequenter für Wohnraum genutzt werden. Gleichzeitig will die Partei die gesellschaftliche Akzeptanz von Bautätigkeit und Verdichtung stärken, indem die Vorteile einer qualitätsvollen Verdichtung – etwa lebendige Ortszentren, kurze Wege und attraktive Begegnungsräume – stärker aufgezeigt werden. Zudem schlägt die GLP ein gemeinsames Kompetenzzentrum für Bauverfahren vor, das insbesondere kleinere Gemeinden entlasten und die Effizienz steigern könnte. Missbräuchliche Einsprachen, die primär der Verzögerung von Bauprojekten oder der Erwirkung finanzieller Kompensationen dienen, sollen reduziert werden.
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Ein besonderes Augenmerk legt die GLP auf die bessere Abstimmung von Wirtschafts- und Wohnraumentwicklung. Der Regierungsrat soll künftig eine ausgewogenere Balance zwischen neuen Arbeitsplätzen und zusätzlichem Wohnraum anstreben. Zudem sollen flexible Zonen für Wohnen und emissionsarmes Arbeiten geschaffen werden, damit schneller auf Veränderungen der Nachfrage reagiert werden kann.
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Weiter fordert die GLP, über die Kantonsgrenzen hinauszudenken. Mit einem leistungsfähigen öffentlichen Verkehr und attraktiven Park-&-Ride-Angeboten können auch Personen ausserhalb des Kantons von den Arbeitsplätzen in Zug profitieren. Dies trägt dazu bei, den Druck auf den Zuger Wohnungsmarkt zu reduzieren.
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Die Rolle von gemeinnützigen und staatlichen Wohnbauträgern wird anerkannt. Gleichzeitig hält die GLP fest, dass gezielte Unterstützung von Miethaushalten oftmals wirksamer ist als die Förderung einzelner Wohnobjekte. Die Partei setzt deshalb auf Subjektförderung statt auf Objektförderung.
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Weitere wichtige Elemente des Positionspapiers sind eine effizientere Nutzung des bestehenden Wohnraums, beispielsweise durch Wohnungstauschplattformen, sowie die Beteiligung der Allgemeinheit an Planungsgewinnen über moderate Mehrwertabgaben.
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Nicht zielführend sind aus Sicht der GLP hingegen übermässige Eingriffe in Eigentumsrechte oder zusätzliche Verschärfungen im Mietrecht wie Mietzinsdeckel. Erfahrungen aus stark regulierten Wohnungsmärkten zeigen, dass solche Massnahmen häufig unerwünschte Nebenwirkungen haben und letztlich zu weniger Wohnungsbau führen.
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Ebenso lehnt die GLP eine pauschale Begrenzung der Zuwanderung als wohnpolitisches Instrument ab. Sie würde die wirtschaftliche Entwicklung gefährden, ohne die strukturellen Herausforderungen des Wohnungsmarktes zu lösen. Auch die Verwendung staatlicher Mittel zur direkten Förderung von Wohneigentum erachtet die Partei als wenig zielführend.
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Mit dem verabschiedeten Positionspapier legt die GLP Kanton Zug einen liberalen und pragmatischen Ansatz vor, der auf mehr Wohnraum, schnellere Verfahren und gezielte Unterstützung statt auf zusätzliche Regulierungen setzt.