Ein Kilometer ist nicht weit. Ausser, man trägt zwei volle Einkaufstaschen. Oder ist nicht mehr gut zu Fuss. Oder muss auf dem Heimweg mit dem Kinderwagen einen steilen Hang hinauf. Dann kann der Weg zwischen Haustür und Haltestelle darüber entscheiden, ob Bus und Bahn im Alltag überhaupt eine brauchbare Option sind.
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Der Zuger ÖV ist ziemlich gut aufgestellt. Trotzdem gibt es noch einige blinde Flecken. So gibt es beispielsweise in Finstersee noch keine Antwort auf die Frage, wie die Menschen dort künftig Anschluss ans ÖV-Netz finden sollen.
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Wer den öffentlichen Verkehr verbessern will, darf nicht nur auf die grossen Linien schauen. Auch der Weg zu den grossen Linien hin gehört dazu. Eine Quartierverbindung kann mehr sein als ein Bus für eine kurze Strecke: Sie kann die ganze Reise mit dem öffentlichen Verkehr erst ermöglichen. So schaffen wir alltagstaugliche Alternativen, und für Menschen, die nicht selbst fahren können, schaffen wir ein Stück Selbstständigkeit.
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Deshalb habe ich gemeinsam mit Kantonsratskollegen einen Vorstoss eingereicht: Wir wollen prüfen lassen, wie der Kanton Gemeinden bei Ortsbussen unterstützen könnte, auch bei zeitlich begrenzten Versuchen. Solche Busse verbinden Quartiere und Ortsteile mit den bestehenden Hauptlinien.
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Der Regierungsrat möchte, dass die Gemeinden klassische Ortsbusse weiterhin allein finanzieren. Mir fehlt dabei der Blick aufs Ganze: Eine gute Quartierverbindung kann auch mehr Fahrgäste auf die Hauptlinien bringen. Ob und unter welchen Bedingungen der Kanton solche Angebote mitfinanzieren sollte, verdient deshalb eine vertiefte Prüfung.
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Natürlich können wir nicht vor jede Haustür einen Bus schicken. Und eine kaum genutzte Linie wird nicht sinnvoller, nur weil der Kanton mitbezahlt. Gerade deshalb plädiere ich für gemeinsam finanzierte Versuche. Von Anfang an muss klar sein, was ein Angebot kosten darf und woran wir seinen Erfolg messen. Wie viele Menschen steigen ein? Stimmen die Anschlüsse? Können dadurch mehr Menschen ihre ganze Reise mit Bus und Bahn zurücklegen? Bleibt die Nachfrage aus, muss man das Angebot anpassen, oder schlimmstenfalls wieder einstellen.
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Wer die ganze Reise denkt, muss allerdings auch über den ersten Kilometer hinausschauen. Die Stadtbahn ist für mich ein Beispiel dafür, was vorausschauende Verkehrsplanung ermöglichen kann. Darauf sollten wir aufbauen. Mit der Idee einer «Kantonsbahn» haben wir Grünliberalen im Kantonsrat die Diskussion angestossen, wie künftig weitere Teile des Kantons besser verbunden werden könnten; zum Beispiel ausdrücklich auch das Aegerital.
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Doch auch eine langfristige Vision verlangt rechtzeitiges Handeln. Wo sollen künftige Verbindungen verlaufen? Welchen Platz müssen wir dafür freihalten? Um dies sicherzustellen, hat unser GLP-Vorstoss zur Sicherung solcher Verkehrskorridore im Kantonsrat breite Unterstützung gefunden. Dahinter steckt ein einfacher Gedanke: Wir sollten uns die Möglichkeiten von morgen nicht heute verbauen.
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Genauso wenig darf eine grosse Zukunftsvision zur Ausrede werden, heutige Lücken liegenzulassen. Wer heute schlecht zur Haltestelle kommt, braucht Verbesserungen in den nächsten Jahren, nicht erst in den nächsten Jahrzehnten. Deshalb gehören für mich der Ortsbus und die langfristige ÖV-Planung zusammen: Wir müssen die grossen Verbindungen weiterdenken, ohne die kleinen Anschlüsse zu vergessen.
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Denn die Reise beginnt nicht am Bahnhof, sondern an der Haustür. Und manchmal ist der schwierigste Kilometer tatsächlich der erste.
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Klemens Iten, Kantonsrat GLP, Unterägeri